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Verkehrslärm und Avifauna

F+E Vorhaben
des Bundesverkehrsministeriums für Verkehr,
Bau und Wohnungswesen

Quantifizierung und Bewältigung entscheidungserheblicher Auswirkungen von Verkehrslärm auf die Avifauna

 

Aktuell:

Vögel und Verkehrslärm
Schlussbericht


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Kurzfassung: ca: 800 kB

Langfassung: ca:   5 MB

 

Die Auswirkungen des Lärms auf die Avifauna sind häufig entscheidungsrelevant für die Planung von Verkehrsprojekten. Bislang liegen erst wenige zuverlässige Informationen über die Reaktionen einzelner Vogelarten auf Lärm vor. Zwar wurden pauschale Fachkonventionen vorgeschlagen, die dennoch artspezifische Empfindlichkeiten nicht ausreichend berücksichtigten.

Das F+E Vorhaben soll dazu beitragen, Wissenslücken in diesem Bereich zu schließen.
Ziel ist es, eine fachlich abgesicherte Grundlage zur Bewertung und Bewältigung der Folgen des Verkehrslärms auf die Vogelwelt bereitzustellen.
Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Planungspraxis für Bundesstraßen und Eisenbahnen aufgearbeitet.
Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wurde im Februar 2005 gestartet.
Das F+E Vorhaben "Verkehrslärm und Avifauna" ist ein Gemeinschaftsprojekt
vom Kieler Institut für Landschaftsökologie (naturschutzfachliche Fragestellungen)
und von Lärmkontor GmbH (lärmtechnische Aspekte)          
www.laermkontor.de

Grundannahmen
des Projektes

  • Verkehrslärm wirkt sich negativ auf die Lebensraumqualität von Brut- und Rastvögeln aus.
    Lärmemissionen können eine Maskierung der Kommunikationssignale zur Folge haben.
    Die artspezifische Empfindlichkeit wird maßgeblich durch die artspezifische Kommunikationsstrategie bedingt.

    Während Arten, deren Kommunikation über mittlere bis große Distanzen durch leise Rufe erfolgt, schon von relativ niedrigem Dauerlärm gestört werden können, verhalten sich Arten mit lauten Rufen oder anderen intraspezifischen Kommunikationstypen (Schau-, Balzflüge, Präsentieren auffälliger Gefiederpartien) toleranter.
    In verschiedenen Lebensphasen einer Art können unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber Lärmbelastungen während der Brut, Mauser, Rast oder Überwinterung vorliegen.
  • Die Lärmempfindlichkeit von Brutvögeln lässt sich über die jeweilige Siedlungsdichte und den Bruterfolg ermitteln.
  • Die Lärmempfindlichkeit von Rastvögeln lasst sich anhand der Nutzungsintensität (Rastvogeltage auf einer untersuchten Fläche) und der Reaktionsmuster der Vögel ermitteln.
  • Bahnlärm ist durch periodische Lärmereignisse charakterisiert.
    In den Pausen zwischen den Durchfahrten kann die akustische Kommunikation aufrecht erhalten werden. Die Störwirkung des Bahnlärms ist primär von den zeitlichen Intervallen der Lärmemmissionen abhängig.

Vorgehensweise

  • Zusammenstellung und Auswertung der in- und ausländischen Literatur zum Thema Verkehrslärm und Avifauna, Aufarbeitung in Datenbankform.
  • Untersuchung auf ausgewählten Probeflächen
    von Brutvogelgemeinschaften (Siedlungsdichte, Bruterfolg)
    sowie von
    Rastvogelgemeinschaften (Nutzungsdauer, Aktivitätsanteile und -verteilung).
Parallel wird das gleiche Untersuchungsprogramm auf störungsarmen Referenzflächen mit möglichst vergleichbarer Struktur und Habitatausstattung durchgeführt.

Die Geländearbeiten finden schwerpunktmäßig in folgenden
Landschaften statt:

  • norddeutsches Flachland mit reich strukturierter Kulturlandschaft,
    Wäldern, Feuchtgebieten und größeren Binnengewässern,
  • Mittelgebirge mit reich strukturierter Kulturlandschaft und Wäldern